Eine textliche Einleitung
und drei mögliche lyrische FormateKennst du das? Du gehst in den Tag und etwas ist anders. Hast du heute Morgen etwa festgestellt, dass du Samstag den Kaffee im Supermarkt liegen lassen hast? Das ist völlig normal - du bist abhängig, vom braunen Gold. Die Hüter der Sierra Nevada de Santa Marta haben es prophezeit. Die Welt gerät aus den Fugen und warum? Nicht etwa, weil ein Sack Reis in China umfällt, die Tatsache, dass wir jährlich Milliarden von Litern an Kaffee konsumieren, macht uns zum Tier. Habt ihr da schon einmal drüber nachgedacht? Die Entdeckung dieses Rettergetränks ist in erster Linie der Beginn einer Verkettung von Verstrickungen vom Landesinnern bis in die Stuben in
Deutschland und anderswo. Die Kogis sind ein indigenes Volk aus Kolumbien, das sich als Hüter der Welt sieht. Es beschreibt es viel besser zu sagen, dass sie die großen Brüder und Schwestern der Menschheit sind und unsere industrialisierte Welt, das noch in seiner Krippe verhaftete Kindlein darstellt. Sie führen also den großen Wagen förmlich zurück in seinen Stall und geben der Spinne keinen Gold Saft um ihr Netz aus Billionenkonten winterfest zu machen. Einige Treubeseelte rasselten mit ihren Schwingen den kleineren Weltbürgern ein schlechtes Omen ein und projizierten damit ihre Goldkehlenmeinung in, die ihrer Meinung, unterbelichteten Brains mancher von Fog umschwirrten Menschenseele. Sie fuhren von nun an mit dem Lastenrad, gaben dem stolzen
Turnschuhträger einen grünen Rat und ließen die Biotonne auch mal zu lange in der Sonne brutzeln. Hey, versteht mich nicht falsch, ich finde das alle super- nur mit Ironie lässt sich so manch kaffeeloser Morgen besser überstehen. Ich bin süchtig, nach diesem Getränk. Und bei euch? Nun aber Schluss mit den vielen sokratischen Fragen. Möchtest du einen Kokoskeks?
Magdalena-Tal
wie Salzstangen in meinem Mund, das Meer, zieht mich hinein, wirft mich wieder raus Steine verpassen meinen Füßen "stolze Hämatome" du hältst mich fest, zum ersten Mal, mittendrin im Ozean ich staune über die Muscheln mir Spenden eine derartige Kulisse noch Milliarden Minuten danach mag es zuckrig, mittendrin mein Körper riecht nach Anti Brumm wo meine Fesseln umwickelt von Meeresschlangen Blüten treiben trägt ein goldenes Tablett die Tamarindenschale,
am Pool hatte ich die Meinung, ich wäre in einem Film, den ich vor langer Zeit noch sah ein Mann pikte mich mit einem Stock in die Seite, ich wache auf, wie ich die kalte Schnauze des Hundes an meinem geschundenen Knie spüre
Eierschale
am Flussgrund legte sich ein Mantel um meine monströsen Schultern und schwamm mit mir eine
Weil, millimeterbreit über Sandkontakt
Spinne Schlange Pilz Totenkopf
keine Gnade, er jagte das Auto den Berg hinauf im Dickicht vernahm ich hinter mir die Anwesenheit einer anderen Person doch immer, wenn ich mich umdrehte, war es weg der Urwald hatte diese Angewohnheit
mir etwas zu vermitteln,was die Geister losbreche und eine Überleitung wie Tag/ Nacht Gleiche in der keine Schranken das Mobiliar versperren ich sollte die Sicherheitshinweise nun gut studieren, ob ich mir das zutrauen würde, oh eieieiei ich denke doch
Millennium
mit mir sachte/ Raumgefühlspiel
streicheln die Kruste entkrauten die schlammigen Täler
Über-Du Greifzug den Platten, sie bewahren
Geist durch Fügung du und ich, Entstehung im Werden, nie Stillstand, Berge zuckrige Rollen mit Füllung, Momentum, es braucht noch Pflege du stehend im Partikelschauer, windend Taschentuch um Brückenpfeiler- aua Mensch!
ich schwimme im Brei, meine Terra-Techtonika hat Schiss, sie gebiert einen Traum, sprech ein bisschen mit den Tomaten, so rot die Warnung, übermorgen
Mimosa meine Mamma, Anti Anti Anti!
Tanz mit den fallenden Blättern im traumatischen Feuerregen, im Gewittersturm, mit Mohnblüten, tröstend das mülldeponische Vater-ich
CAROLIN HAGELBERG TEXT