NR. 03 / ANTHROPOZÄN / OUT 26.06.26

Denkmal  


Sich raushalten war niemals eine Option.
Sich raushalten aus dem Verhältnis von mir selbst zu mir selbst.
Aus den gelegentlichen Ausschweifungen.
Aus dem Versteck-Spielen hinter Masken,
Rosenhecken, blütenweißen Decken.
Dem Wunden lecken
nach dem Fall.
Dem Klang der Wörter im Widerhall.
Der Grad ist meistens so unfassbar schmal.
Es schmerzt zu wissen:
man hat immer die Wahl.
Nicht sei überlassen
dem verheißungsvollen Zufall.
Und die unterernährte Seele,
verschlingt sich selbst ein ums andere Mal.
Bitte erlös mich von dieser Qual.
Der Geschmack der im Mund bleibt
ist schal. Und ich bleibe hier liegen,
horizontal.
Hinter meiner Netzhaut, ein Spiegelsaal.
Davor Bäume, immer noch kahl.
Schatten im Licht, verzogen und fahl.
Meine Hände formen für dich einen Grahl.
Wenn ich mich auflösen sollte, bau mir ein Denkmal.
Lass Vergissmeinnicht darauf blühen, lass deine Haut
Weiter glühen, als spüre sie noch die Wärme
Von meiner.