Polka Dot
Sie sind wieder da! Punkte: Große, kleine, bunte, in allen Farben. Erfrischend! Man findet sie auf Schuhen, Kleidern, Mänteln. Ein Trend ist wieder zurück. Ja. Und? Die Punkte sind noch immer so rund wie damals. Aber vielleicht farbiger, fröhlicher. Sie bestimmen den Zeitgeist.
Die Mode dreht sich im Kreis und die Zeit der Punkte ist wieder gekommen. Um aus dem Trübsinn rauszuhelfen. Verspielte Pünktchen-Mode macht gute Laune. Ich bin auch ein Fan von diesen Punkten. Mein Umfeld kennt mich mit diesem Punkte-Muster.
Im 19. Jahrhundert bekam diese Kreation den Begriff Polka Dot. Polka ist ein beschwingter Rundtanz im lebhaften raschen Zweivierteltakt, teils mit kleinen hüpfenden Schritten. Die Popularität des Tanzes verbreitete sich von Europa bis in die USA. Mit den Punkten hat er jedoch nichts zu tun. Da der Tanz damals als modern galt, wurden viele Produkte nach ihm benannt.
Durch die Industrialisierung wurde es möglich, gleichmäßige Punkte herzustellen. Neue Drucktechniken des 19. Jahrhunderts erlaubten erstmals eine massenhafte Produktion regelmäßiger Muster. Dadurch wurde das Punktemuster breiter zugänglich und verbreitete sich rasch auf Textilien. Der Punktetrend wurde von der Mode gerne aufgegriffen und stilistisch umgesetzt. Fröhlichkeit stand und steht im Vordergrund. Damals wie heute. Endlich. Polka Dot Kreationen findet man überall auf Kleidern, Tüchern, Schuhen und Taschen.
Besonders populär wurde dieser Modestil in den 50er-Jahren durch die amerikanische Schauspielern Marilyn Monroe. Sie trug ganze Kollektionen in dieser Musterung, weil sie das Wesen der Schauspielerin unterstrichen. Monroe zeigte Variationen, die sowohl elegant wie verspielt waren. Es ist erstaunlich, wie prägend ihre Auftritte die Massen begeisterten. Sie trug das klassische Punktemuster sowohl privat als auch in ihren berühmtesten Filmen und prägte damit den zeitlosen Vintage-Look. Eines ihrer bekanntesten Polka-Dot-Outfits präsentierte sie 1955 als “The Girl” in The Seven Year Itch. Es war ein eng anliegendes, weißes Neckholder-Kleid mit blauen Punkten, entworfen von Designer William Travilla.
In den 50ern war es aber nicht nur Monroe - viele andere Berühmtheiten trugen das pointierte Muster. Auch Animationsfiguren beeinflussten die Mode, etwa Minnie Mouse. Obwohl sie bereits 1928 mit ihrem gepunkteten Kleid erschien, wurde sie in den 50er-Jahren mit Marilyn Monroe zur Modeikone.
Damals prägten Stilikonen wie Marilyn Monroe, Audrey Hepburn und Minnie Maus den Look, heute sind es Stars wie Amal Clooney und Bella Hadid. Auch der Modedesigner Marc Jacobs teilt einen ähnlichen Geschmack : „Es gab niemals einen falschen Zeitpunkt für Polka Dots.“
In den 60er-Jahren vergrößern sich die Punkte. Ich persönlich mag die vergrößerten Punkte mehr, weil sie flotter zu kombinieren sind.
In den 80ern hatte auch Princess Diana einen großen Einfluss auf diesen Trend. Man konnte sie öfter in diesem Muster sehen, was natürlich die derzeitige Mode wieder betraf. Außerdem war Diana eine Modeikone. Einfach unvergesslich. Eines meiner Lieblingskleider, das sie trug, war ein weißes mit schwarzem Polka Dot Muster und einem passenden Hut. Ihr Kleid wurde vom britischen Modeschöpfer Victor Edelstein entworfen. Diana trug das Kleid 1988 beim Royal Ascot Fest.
Unsere derzeitige Mode hat sich wieder einmal an die 90er-Jahre erinnert. An die Mini-Röcke, Slip-Kleider, dreieckigen Bikinitops, Capri Hosen und noch vieles mehr. Die Spring/Summer 2000 Kollektion von Ralph Lauren zeigt genau solche Bespiele wie wir sie heute tragen.
Die Mode dreht sich im zeitlichen Kreislauf. Eigentlich darf man nichts aus seinem Kleiderschrank entsorgen. Besser ist es auf den nächsten Wiederholungstrend zu warten.
So ein einfaches Muster kann eine recht lange Geschichte haben. Punkt.
Alisha Neuwirth TEXT + BILD